Springer-Verlag
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 0-9

Wachstumsschmerz

Synonyme

Wachstumsbeschwerden

Englischer Begriff

Growing pains

Definition

Spontan und sporadisch im Kindesalter auftretende, nächtliche, oft als ziehend geschilderte Schmerzen, in der Regel an der unteren Extremität.

Vorkommen

Wachstumsschmerzen betreffen in der Regel Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren. Die Kinder wachen in der Regel in der Nacht auf und klagen über Schmerzen in den unteren Extremitäten, meist im Kniegelenk, gelegentlich auch weiter unten am Unterschenkel oder Fuß. Meist ist es nur eine Seite, die schmerzt, aber in einer anderen Nacht ist es dann die Gegenseite, die Beschwerden verursacht.

Die Ätiologie ist ungeklärt. Während die Hypothese, dass das Wachstum für diese Schmerzen verantwortlich sein soll, sehr umstritten ist, spricht die Tatsache, dass die Schmerzen in der Zone der beiden wachstumsaktivsten Epiphysenfugen (distales Femur und proximale Tibia) auftreten, doch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Längenzunahme für diese Schmerzen (mit)verantwortlich sein könnte.

Diagnostik

Treten die Schmerzen wechselnd rechts und links auf, ist das Alter typisch und sind die Beine klinisch unauffällig, kann (zunächst) auf eine weitere Diagnostik verzichtet werden. Treten die Schmerzen jedoch konstant und/oder nur auf einer Seite auf oder bestehen klinische Zeichen (Bewegungseinschränkungen, Druckdolenz, Schwellung, Rötung o. Ä.), muss immer ein Röntgenbild, gegebenenfalls auch ein Szintigramm oder Magnetresonanztomogramm, angefertigt werden.

Differenzialdiagnose

Wichtigste Differentialdiagnose zu den nächtlich auftretenden Wachstumsschmerzen sind Tumoren und Entzündungen.

Therapie

Sofern es sich lediglich um Wachstumsschmerzen handelt, ist das Geschehen harmlos. Die wichtigste Behandlung besteht in der Zuwendung durch die Eltern, da die Kinder in diesem Alter nachts zusätzlich zu den Schmerzen auch Angstgefühle haben. Falls man medikamentös etwas verordnen möchte, ist eine antiphlogistische Salbe günstiger als Tabletten o. Ä., da das Kind mit dem Einreiben zusätzlich Körperkontakt und Zuwendung erfährt. Mit zunehmendem Alter verschwinden die Wachstumsschmerzen von selbst.

Autor

Géza Pap

Anzeige

Anzeige

© Springer 2017
Powered by kb-soft