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Selbsthilfegruppen

Englischer Begriff

Self-help association

Definition

Eine Selbsthilfegruppe ist ein loser und freiwilliger Zusammenschluss von Menschen mit gleicher Problemstellung. Diese Menschen können selbst als Kranke oder als Angehörige von dieser Problemstellung betroffen sein.

Beschreibung

In der regelmäßigen, oft wöchentlichen Gruppenarbeit stehen Authentizität, Gleichberechtigung, gemeinsames Gespräch und gegenseitige Hilfe im Mittelpunkt. Die Ziele werden von den Mitgliedern bestimmt und nicht von Außenstehenden. Die Leitung wird auch nicht von professionellen Helfern durchgeführt, gelegentlich werden Experten zu bestimmten Fragestellungen hinzugezogen. Strukturelle Unterstützung gibt der Fachverband „Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e. V.“ (DAG SHG).

Die meisten Selbsthilfegruppen sind im Gesundheitsbereich aktiv, wobei sie sich nicht nur mit den Krankheiten, sondern auch mit den psychischen und sozialen Problemen beschäftigen. Im Vordergrund stehen das Selbsthilfeprinzip, d. h. Lösung von Problemen ohne professionelle Hilfe, und das Gruppenprinzip, d .h. gemeinschaftliche Problembearbeitung. Sie bieten für die Teilnehmer emotionale Unterstützung und Hilfestellung zur Alltagsbewältigung. Erfahrungswissen und besondere Lebensprobleme werden untereinander verbreitet. Es geschieht eine Information über Behandlungsmöglichkeiten. Selbsthilfegruppen von Angehörigen stellen für Angehörige erkrankter oder belasteter Kinder, Ehepartner oder Eltern hilfreiche Bewältigungsmöglichkeiten dar.

Bekannteste Beispiele sind u. a. Selbsthilfegruppen für Krebs-, Rheuma-, Infarktkranke, Alkoholabhängige und gestörtes Essverhalten.

Autor

Arne-Björn Jäger

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