Springer-Verlag
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 0-9

Hippotherapie

Synonyme

Therapeutisches Reiten

Definition

Bei der Hippotherapie reiten Patienten vornehmlich mit Störungen der Bewegungsabläufe unter sorgfältiger Anleitung und unter Verwendung spezieller Haltevorrichtungen, was in Verbesserungen der Koordination, Beweglichkeit und Balance resultieren kann.

Indikation

Insbesondere Patienten mit Störungen der Willkürmotorik oder der extrapyramidalen Motorik (z. B. spastische Zerebralparese, Zustand nach Apoplex) können von der Kombination aus beruhigender Einwirkung des Pferds und den harmonischen, rhythmischen Bewegungsabläufen profitieren.

Kontraindikation

Die Hippotherapie stellt hohe Anforderungen an die physische Belastbarkeit des Patienten, daher sind eine Vielzahl internistischer und orthopädisch-traumatologischer Kontraindikationen abzuwägen.

Durchführung

Die Patienten werden nach Gewöhnung an die Pferde unter Aufsicht auf das Tier gesetzt, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme spezieller Haltevorrichtungen (z. B. adaptierter Voltigierbügel), um ein sicheres Sitzen zu gewährleisten. Zunächst geht es nur um das Wahren der Balance auf dem ruhig stehenden Pferd, später wird das Pferd im Schritt geführt. Durch die gleichzeitige Beanspruchung von Propriozeption, Gleichgewichtssinn, Haltemotorik und Willkürmotorik kann in vielen Fällen eine positive Wirkung auf die Bewegungsabläufe erzielt werden.

Nachbehandlung

Die Hippotherapie ist in ein Gesamtkonzept aus physiotherapeutischen und physikalischen Anwendungen einzubetten.

Autor

Nils Hailer

Anzeige

Anzeige

© Springer 2017
Powered by kb-soft