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Schuheinlage

Synonyme

Orthese

Englischer Begriff

Footorthosis

Definition

Ein an den Fuß des Patienten anmodelliertes orthopädisches Hilfsmittel zur Behandlung von Fußleiden, die durch Veränderungen der statischen oder dynamischen Situation auftreten.

Indikation

Eine Einlagenversorgung empfiehlt sich zur Entlastung, zur Korrektur einer Fußfehlstellung, zur Ruhigstellung von Gelenken im Mittel- und Vorfußbereich, zum Beinlängenausgleich von 5–10 mm und zur axialen Stoßdämpfung.

Spezielle Indikationen stellen der Knicksenkfuß, der Spreizfuß, der Hohlfuß, der Klumpfuß, der Pes adductus und der Fersensporn dar.

Kontraindikation

Die Korrektur einer Fußfehlstellung durch eine Einlage ist nur dann möglich, wenn die Korrektur auch von Hand bei belastetem Fuß und gestrecktem Knie ohne Kraftaufwand möglich ist. Weitere Kontraindikationen sind Beinlängendifferenzen über 10 mm, oder wenn der Fuß insgesamt keine belastbaren Stellen bietet.

Durchführung

Zur Anfertigung einer Einlage muss zuerst ein Modell vom Fuß abgenommen werden. Dies geschieht entweder durch eine Trittspur, wobei ein Fußabdruck auf Papier festgehalten wird, oder in schwierigeren Fällen durch ein dreidimensionales Gipsmodell. Eine Zwischenstellung nimmt der plastische Sohlenabdruck ein. Hierbei tritt der Fuß in eine weiche Masse aus Lehm, Plastillin oder Schaumstoff.

Neuere Methoden mithilfe von elektronischer Druckverteilungsmessung können den Orthopädietechniker in der Herstellung der Einlage unterstützen.

Bei den Werkstoffen werden feste, halbfeste und weiche Werkstoffe unterschieden. Einlagen zur Korrektur oder Entlastung müssen aus starrem Material gearbeitet werden, wobei ein Überzug aus Polstermaterial für atrophische Areale (diabetisches Fußsyndrom) zu empfehlen ist.

Nachbehandlung

Es obliegt dem verordnenden Arzt, die Wirksamkeit und Wirkung der verordneten Orthese in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren und nötigenfalls weitere Korrekturen der Einlage zu verordnen.

Autor

Karl-Heinz Kristen, Peter Bock

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