Springer-Verlag
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 0-9

Oberschenkelprothese

Synonyme

Transfermorale Prothese

Englischer Begriff

Transfemoral prosthesis

Definition

Hilfsmittel zur prothetischen Versorgung der unteren Extremitäten bei transfemoralen Amputationen.

Indikation

Oberschenkelamputation unterschiedlicher Längen.

Kontraindikation

Wenn Belastungsfähigkeit des Femurstumpfs vorliegt und eine Knieexartikulationsprothese angezogen werden könnte.

Durchführung

Generell unterscheidet man heute zwei technische Möglichkeiten, die querovale Schafttechnik und die längsovale Schafttechnik. Die Regelversorgung ist heute die längsovale Schafttechnik aufgrund folgender Vorteile geworden:

  1. anatomiegerechtere Führung der Weichteile am Oberschenkel,
  2. Vorspannung der Abduktoren,
  3. feste knöcherne Verblockung zwischen Trochanter-major-Massiv und Tuber bzw. Ramus ossis ischii,
  4. nur ein Drehpunkt (bei querovalen Prothesen das eigene Hüftgelenk und der Tuberaufsitz = zwei Drehgelenke).

Die Oberschenkelprothesen werden heute in aller Regel in Modulrohrskelett-Technik angefertigt. Im proximalen Bereich muss entweder über einen Tuberaufsitz oder eine tuberumgreifende Fassung die Belastung abgenommen und für das knöcherne Stumpfende minimiert werden. Die Prothesen werden heute in der Regel als Vollkontaktprothesen mit maximal möglichem Endbelastungsfaktor gefertigt. Proximale Hinterschneidungen im Schaft sind zu vermeiden.

Autor

Bernhard Greitemann

FA Orthopädie, Physikalische und rehabilitative Medizin, Chefarzt und Ärztlicher Direktor Klinik Münsterland am Reha-Klinkum Bad Rothenfelde der DRV
Vorsitzender Vereinigung Techn. Orthopädie der DGOU und DGOOC
Vorsitzender Beratungsausschuss der DGOOC für das Orthopädieschuhtechnikhandwerk

Anzeige

Anzeige

© Springer 2017
Powered by kb-soft