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Hand, Funktionsprüfungen

Synonyme

Untersuchungsmethoden an der Hand

Englischer Begriff

Clinical evaluation of the hand

Definition

Klinische Untersuchungstechniken an der Hand zur Beurteilung der Gelenkbeweglichkeit, der Gelenkstabilität, der Muskelkraft, der Sensibilität und der unterschiedlichen Greifformen.

Indikation

Erkrankungen oder Verletzungen der Hand.

Durchführung

Die aktive und passive Beweglichkeit der Gelenke an der Hand wird im Seitenvergleich beobachtet, nach der Neutral-Null-Methode gemessen und dokumentiert. An den Fingergelenken ist hierzu die Fixation des proximal gelegenen Fingerglieds erforderlich. Zusätzlich sind weitere Untersuchungsmethoden üblich, die die Funktion der Finger beschreiben. Hierzu gehören die Opposition des Daumens (z. B. Erreichen der Langfingerkuppen oder der Beugefalte des Kleinfingergrundgelenks), das Bestimmen des Fingerkuppen-Hohlhand-Abstands (in Zentimeter) bei behinderter Beugung einzelner Langfinger, das Bestimmen des Streckdefizits einzelner Langfinger im Fingergrundgelenk zur Handrückenebene (in Zentimeter) und das Messen der Langfingerspreizung in Relation zum Mittelfinger (in Zentimeter). Die Gelenkstabilität wird beurteilt, indem der proximal liegende Gelenkpartner fixiert und der distal gelegene manuell ausgelenkt wird. Die Untersuchung der Muskelkraft wird in der Regel orientierend im Seitenvergleich bestimmt, kann jedoch auch mit apparativer Hilfe quantifiziert werden. Die Sensibilität kann durch das Bestreichen des entsprechenden Hautareals zunächst seitenvergleichend untersucht werden. Genauere Informationen liefert die Spitz-Stumpf-Unterscheidung und die Zwei-Punkte-Diskriminierung, bei der das Hautareal (z. B. die Fingerkuppe) mit zwei unterschiedlich weit voneinander entfernten Metallstiften berührt wird. Eine weitere Methode zur Untersuchung der Nervenfunktion bietet der Ninhydrintest. Bei dieser Untersuchung erfolgt eine Darstellung der Schweißsekretion durch Anfärbung der Aminosäuren. Nach Besprühen der Hand mit Ninhydrin wird die Hand auf ein weißes Blatt Papier gedrückt. Abschließend werden die Greifformen der Hand (z. B. Spitzgriff, Grobgriff, Schlüsselgriff, Hakengriff, Kraftgriff) untersucht.

Autor

Renée Fuhrmann

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