Springer-Verlag
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 0-9

Faktor, antinukleärer

Synonyme

ANF; Antinukleäre Antikörper (ANA)

Englischer Begriff

Antinuclear antibodies; Antinuclear factors

Definition

Autoantikörper gegen Bestandteile des Zellkerns, die zu Autoimmunerkrankungen führen können.

Beschreibung

Antinukleäre Faktoren (ANF) oder antinukleäre Antikörper (ANA) finden sich gehäuft bei den so genannten Kollagenosen. Dies sind Autoimmunkrankheiten, die sich gegen körpereigene Bindegewebe richten. Pathogenetisch kommt es aus zum Teil unklaren Gründen, zum Teil im Rahmen viraler Infektionen zur Bildung von Antikörpern gegen die eigene DNS oder andere Kernbestandteile wie Zentromere, Enzyme oder Histone. Eine herabgesetzte Suppressorfunktion von T-Zellen scheint bei der Bildung dieser Antikörper von Bedeutung zu sein. Beispiele für solche Antikörper sind Anti-dsDNS-Antikörper gegen doppelsträngige DNS, antizentromere Antikörper (ACA), gegen Histidyl-Transfer-RNA-Synthetase gerichtete Antikörper (anti-Jo 1) und anti-Histon-Antikörper. Im Gefolge der Bildung solcher autoaggressiver Antikörper kommt es zu verschiedenen autoreaktiven Entzündungsformen, die sich klinisch je nach Krankheitsbild in unterschiedlichen Gewebetypen manifestieren können (z. B. Vaskulitis beim systemischen Lupus erythematodes, Entzündung der Skelettmuskulatur bei der Polymyositis). Der laborchemische Nachweis von ANA gelingt häufig beim systemischen Lupus erythematodes (95 %), bei progressiver systemischer Sklerose (90 %) sowie Polymyositis und Dermatomyositis (jeweils 50 %). ANA sind jedoch nicht spezifisch oder beweisend für diese Krankheitsbilder.

Autor

Nils Hailer

Anzeige

Anzeige

© Springer 2017
Powered by kb-soft