Springer-Verlag
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 0-9

Apraxie

Englischer Begriff

Apraxia

Definition

Unfähigkeit der sequentiellen Anordnung von Einzelbewegungen zu Bewegungsfolgen oder zu Handlungsfolgen bei erhaltener Bewegungs- und Wahrnehmungsfähigkeit. Die Patienten können die Bewegungen und Handlungen als falsch oder richtig erkennen, wenn sie ihnen von einer anderen Person vorgeführt werden.

Vorkommen

Erkrankungen oder Schädigungen des Gehirns der sprachdominanten Hemisphäre, insbesondere der Kommissurenbahnen.

Unterformen der Apraxie:

  • ideomotorische:
    1. fragmentarische Ausführung von Bewegungen: Bewegungen werden vorzeitig abgebrochen oder wesentliche Elemente ausgelassen;
    2. amorphe Bewegungen: Bewegungen werden nur grob ausgeführt oder angedeutet, keine differenzierte Bewegung;
    3. Perseveration: Elemente vorangegangener Bewegungen werden in die nachfolgenden eingebaut, insbesondere bei komplexen Bewegungsabläufe werden fehlerhafte Bewegungselemente integriert; häufig besteht auch eine Aphasie (Parietallappen und Kommissurenbahnen);
  • ideatorische: Handlungsabläufe können aufgrund einer Störung der Planung (Ideation) nicht in der richtigen Reihenfolge ausgeführt werden (temporoparietale Region der dominanten Hemisphäre);
  • seltenere Formen: gliedkinetische, okulomotorische, visuell-räumliche, konstruktive und Ankleideapraxie.

Diagnostik

Klinisch, neuropsychologische Tests.

Differenzialdiagnose

Schwere Störungen der Tiefensensibilität, Bewusstseinsstörungen, schwere Demenz.

Therapie

Therapie der Grunderkrankung.

Medikamentöse Therapie

Je nach Grunderkrankung.

Dauertherapie

Ergo- und Physiotherapie.

Autor

Iris Reuter

Anzeige

Anzeige

© Springer 2017
Powered by kb-soft