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Monarthritis

Synonyme

Monartikuläre Arthritis; Monoartikuläre Arthritis

Englischer Begriff

Monarthritis

Definition

Entzündliches Geschehen in einem einzelnen Gelenk.

Pathogenese

Die Ursachen einer Monarthritis können mannigfaltig sein. In der Regel bezeichnet man als Monarthritis die Entzündung eines Gelenks im Rahmen von Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis. Diese Bezeichnung steht der Erscheinungsform, die mit Polyarthritis einhergeht, gegenüber. Im eigentlichen Sinne kann eine Monarthritis als reaktive Arthritis mit vorausgegangenem Allgemeininfekt (Salmonellen, Yersinien), als Kristallarthritis durch Einlagerung von Uratkristallen (Gicht) oder Kalziumpyrophosphatkristallen (Pseudogicht), als Parasitenarthritis (Borreliose), als Virusarthritis (Röteln, Ebstein-Barr-Virus) auftreten. Eine weitere Form ist die septische Arthritis (Staphylococcus aureus, gramnegative Keime).

Symptome

Monarthritiden gehen meist mit einer schmerzhaften Schwellung (Kapselschwellung und Gelenkerguss) sowie Überwärmung einher. Der Bewegungsumfang ist schmerzhaft eingeschränkt. Bei der septischen Arthritis kommt es häufig zu „Calor, Rubor, Dolor, Tumor, Functio laesa“ sowie zu Allgemeinsymptomen wie Abgeschlagenheit, Schüttelfrost und Fieber.

Diagnostik

Anamnestisch kommt es zu schleichenden oder plötzlich eintretenden Schmerzen eines einzelnen Gelenks mit Bewegungseinschränkung. Bei reaktiver Arthritis geht eine infektiöse Erkrankung voraus:

  1. gastrointestinal (Yersinien, Salmonellen, Shigellen u. a.),
  2. sexuell übertragbar (Chlamydien, Gonokokken),
  3. viral und sonstige (Röteln, Ebstein-Barr-Virus, Borrelien).

Bei der klinischen Untersuchung fallen die schmerzhafte Bewegungseinschränkung, Schwellung und Erguss auf. Bei der Monarthritis infektiöser Genese finden sich häufig zusätzlich eine Rötung des entsprechenden Gelenks sowie Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Schüttelfrost und Fieber. Im Frühstadium ist das Röntgenbild meist ohne Befund, in fortgeschrittenen Stadien zeigen sich Gelenkspaltverschmälerungen, Erosionen sowie Osteophytenbildungen bis hin zur völligen Zerstörung des Gelenks. Die Gelenkpunktion ist bei Kristallarthritis aseptisch, zeigt jedoch vermehrte Zellzahl. Bei der reaktiven und bakteriellen Arthritis sind entsprechende Erreger im Gelenkpunktat nachweisbar. Laborchemisch zeigt die Kristallarthritis oft keine Veränderungen. Bei der reaktiven und bakteriellen Monarthritis finden sich erhöhte Werte für CRP, Leukozyten und BSG.

Differenzialdiagnose

Polyarthritis, rheumatoide Arthritis, bakterielle Arthritis, Gelenkempyem.

Therapie

Die Therapie der Monarthritis richtet sich nach der Ursache (siehe dort).

Nachsorge

Nach Abklingen der Monarthritis sind intensive physiotherapeutische Maßnahmen zur Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit notwendig.

Autor

Rolf Haaker

Email: r.haaker@khwe.de
http://www.khwe.de
https://www.klinik-bewertungen.de.../erfahrung-mit-st-vincenz-hospital-brakel
Prof. Dr. R. Haaker
CA der Klinik für Orthopädie,
Rheumatologie, Traumatologie
Schwerpunkte: Primär- und Wechselendoprothetik,aller großen Gelenke; Fuß-, Kinder-, Rheumaorthopädie
Sportverletzungen, Wirbelsäulenerkrankungen

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