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Rumpforthese

Synonyme

Bandage; Leibbinde; Korsett; Überbrückungsmieder

Englischer Begriff

Trunk orthesis; Trunk brace

Definition

Individuell maßgeschneiderte, starre oder dynamische Orthese mit Abstützung am Becken und am Rumpfbereich. Die Rumpforthese dient dazu, Funktionen des Bewegungsapparats zu ersetzen, Fehlstellungen zu korrigieren, die Wirbelsäule zu stabilisieren und auch vor der Einwirkung äußerer Kräfte zu schützen. Ein Wirkungsprinzip ist z. B. die Entlordosierung (Flexionsorthese) und damit die Druckentlastung der Bandscheiben, Ausschaltung beschwerdeauslösender Bewegungsabläufe und Unterstützung der eventuell statisch überforderten Rumpfmuskulatur. Unterschieden werden meist aus schnürbarem oder straff elastischem (flexiblem) Textil gefertigte Bandagen, Leibbinden, Mieder und Korsette. Sie reichen idealerweise von der Leistengegend bis in die Achselhöhlen. Eine partielle Verstärkung durch Stäbe (Kunststoff, Metall), Rahmenkonstruktionen oder Pelotten ist möglich.

Indikation

Allgemeine Instabilität der Wirbelsäule aufgrund muskulärer Insuffizienz, Bindegewebsschwäche oder gestörter Propriozeption, beispielsweise nach Operationen.

Kontraindikation

Hauteffloreszenzen, massive Adipositas.

Durchführung

Anpassung vom Orthopädietechniker.

Nachbehandlung

Regelmäßige Kontrollen durch den Facharzt, Tragezeit bis zu 23 Stunden täglich (Skoliosemieder). Abtrainieren des Mieders durch intensive Krankengymnastik.

Autor

Rolf Haaker, Michael Kamp

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