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Cyclophosphamid

Handelsnamen

Endoxan

Anwendungsgebiete/Indikationen

Zytostatikum mit Anwendung bei Lymphomen, Leukämien, Plasmozytom, Mammakarzinom, Ovarialkarzinom, Seminom, Bronchialkarzinom, des Weiteren als Immunsuppressivum bei Autoimmunerkrankungen wie Wegener-Granulomatose, chronische Polyarthritis oder Lupus erythematodes.

Dosierung

Die Therapie sollte nur durch den erfahrenen Hämatologen durchgeführt werden. Hochdosisbehandlungen werden mit Dosierungen um 20–40 mg/kg KG oder mehr intravenös durchgeführt, die tägliche Erhaltungsdosis liegt bei 2–6 mg/kg KG. Immunsuppressive Behandlungen bei Autoimmunerkrankungen werden mit Tagesdosen von 100–200 mg oral durchgeführt.

Darreichungsformen

Tabletten, Injektionslösung.

Wirkmechanismus

Endoxan ist mit dem im 1. Weltkrieg verwendeten Senfgas verwandt und gehört zur Gruppe der alkylierenden Substanzen. Damit ist die Übertragung von Alkylresten auf beispielsweise Nukleotide gemeint, wodurch es zu Strangbrüchen der DNA kommt. Auch RNA-Moleküle können alkyliert werden, wodurch ihre Translation in sinnvolle Peptide unterbunden wird. Somit wird der Zellzyklus proliferierender Zellen gehemmt.

Pharmakokinetik

Endoxan ist ein inaktives Prodrug, welches erst durch Metabolisierung durch das Cytochrom P 450 in die aktive Substanz Hydroxycyclophosphamid umgewandelt wird. Die Plasmahalbwertszeit liegt bei Erwachsenen bei sieben Stunden, bei Kindern bei vier Stunden. Die Elimination geschieht hauptsächlich renal.

Kontraindikation

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Cyclophosphamid, schwerer Beeinträchtigung der Knochenmarksfunktion, Zystitis, Harnabflussstörungen, floriden Infektionen, Schwangerschaft und Stillzeit. Vorsicht bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem.

Nebenwirkungen

Wie bei anderen Zytostatika bewirkt Cyclophosphamid eine Hemmung aller schnell proliferierenden Zellreihen, wodurch es u. a. zu schweren Blutbildveränderungen mit Leukopenie, Thrombopenie und Anämie kommt. Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle sowie die sterile Zystitis sind häufig. Weniger häufig sind die hämorrhagische Kolitis, kardiotoxische Effekte, Lungenfibrose und Tubulusnekrosen.

Wechselwirkungen

Die Anwendung von Allopurinol und Azathioprin kann Dosisanpassungen erforderlich machen. Endoxan hemmt die Cholinesteraseaktivität und verstärkt die Effekte des Muskelrelaxans Succhinylcholin; bei der Narkoseeinleitung können daher schwere Zwischenfälle auftreten und eine eventuelle Gabe von Endoxan muss dem Anästhesisten mitgeteilt werden.

Autor

Nils Hailer

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