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Vorfußdeformitäten

Synonyme

Zehendeformitäten; Zehenfehlstellungen

Englischer Begriff

Forefoot deformity

Definition

Krankhafte Veränderungen der physiologischen Vorfußkonfiguration, die meist von klinisch erkennbaren Zehenfehlstellungen begleitet sind.

Vorkommen

Vorfußdeformitäten (Hallux valgus, Hallux varus, Krallenzehe, Hammerzehe, Klauenzehe, Digitus quintus varus, Digitus quintus superductus) sind meist erworben, können jedoch auch angeboren sein (Klinodaktylie, Digitus quintus varus, Hallux valgus).

Diagnostik

Der klinische Befund bei offensichtlichen Zehendeformitäten ist meist diagnostisch hinweisend und kann durch geeignete röntgenologische Aufnahmen bestätigt werden.

Therapie

Angeborene Vorfußdeformitäten können zunächst durch Redressionsbehandlungen therapiert werden. Da sich hierdurch meist keine dauerhafte Besserung der Fehlstellung erzielen lässt, sind operative Maßnahmen dann indiziert, wenn Beschwerden vorliegen oder eine Bedrängung und Achsenabweichung von Nachbarzehen droht.

Die Behandlung der degenerativen Vorfußdeformität orientiert sich an der symptomatischen Zehenfehlstellung. Ziel ist die Wiederherstellung einer orthograden Zehenausrichtung, wobei die aktive Beweglichkeit in den Zehengelenken im Hintergrund steht. Maßgeblich ist, dass die Zehen ausreichenden Bodenkontakt aufweisen und beim Abrollvorgang des Fußes eine ausreichende passive Beweglichkeit ermöglichen.

Akuttherapie

Angeborene flexible Deformitäten der Zehen können frühzeitig mit Orthesen, Bandagen oder Schienen redressiert werden.

Konservative/symptomatische Therapie

Symptomatische Maßnahmen beinhalten Redressionsmaßnahmen (Bandagen, Orthesen, Zehenspreizer, Zehenpolster) sowie die Anpassung adäquaten Schuhwerks mit ausreichender Vorfußweite und -höhe. Regelmäßige fußpflegerische Maßnahmen sind geeignet, eine schmerzhafte Schwielenbildung zu beseitigen.

Operative Therapie

Operative Therapiemaßnahmen orientieren sich an den beklagten Beschwerden und dem vorliegenden Befund. Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung einer orthograden Zehenausrichtung und eines ausreichenden Bodenkontakts.

Operative Maßnahmen beim Kind und Jugendlichen werden letztlich auch aufgrund der noch offenen Wachstumsfugen zurückhaltend indiziert. Stehen jedoch Beschwerden sowie eine Bedrängung und drohende Achsenabweichung benachbarter Zehen im Vordergrund, müssen geeignete Weichteilmaßnahmen bzw. knöcherne Korrekturen vorgenommen werden.

Dauertherapie

Da die Zehendeformitäten ihre Ursache meist in einer komplexen Konfigurationsstörung des Fußes haben, ist eine dauerhafte Therapie (Kräftigung der Fußmuskulatur, Dehnung des M. triceps surae) indiziert. Einlagen zur Stützung der Querwölbung und Weichbettung der Mittelfußköpfe können ebenfalls hilfreich sein. Orthopädisches Schuhwerk ist ausgeprägten Vorfußdeformitäten mit Beteiligung des Rückfußes vorbehalten.

Bewertung

Geringe und mäßiggradige Vorfußdeformitäten können bei geringem Anspruch an die körperliche Belastung und entsprechender Compliance seitens des Patienten konservativ behandelt werden. Operative Maßnahmen sind geeignet, die Vorfußkonfiguration zu verbessern und damit die überlastungsbedingten Beschwerden zu reduzieren. Eine völlige Wiederherstellung der physiologischen Vorfußkonfiguration ist auch durch operative Maßnahmen nicht zu erreichen, da die Vorfußdeformitäten multifaktoriell verursacht werden und somit nur symptomatisch orientiert und nicht kausal zu behandeln sind.

Nachsorge

Alle angeborenen wie erworbenen Vorfußdeformitäten sollten in regelmäßigen Abständen fachärztlich kontrolliert werden, um die Entwicklung der Zehenfehlstellung einschätzen und geeignete therapeutische Maßnahmen ergreifen zu können. Gleiches gilt auch für die Kontrolle von Schienen, Orthesen oder Einlagen.

Autor

Renée Fuhrmann

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