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Bewegungsschmerz

Englischer Begriff

Pain at motion

Definition

Schmerz in einem Gelenk, einer ganzen Extremität oder einem Bewegungssegment der Wirbelsäule bei Bewegung.

Vorkommen

Der Bewegungsschmerz in einem Gelenk, einer Extremität oder einem Bewegungssegment der Wirbelsäule kann durch akute Verletzungen, degenerative Veränderungen, Neoplasien oder entzündliche Erkrankungen hervorgerufen werden. Kennzeichen des Bewegungsschmerzes ist die Auslösung durch eine aktive oder passive Bewegung. So wird der Versuch, das Handgelenk bei frischer distaler Radiusfraktur passiv zu bewegen, zum Bewegungsschmerz führen. Gleichermaßen kann die anamnestische Angabe eines Patienten, die Beugung des Hüftgelenks verursache ihm Schmerzen, einen Hinweis auf eine Erkrankung der Hüfte liefern. Im Gegensatz hierzu ist der Ruheschmerz (Antonym!) zu sehen, der ohne das Bewegen eines Gelenks oder einer Extremität auftritt, beispielsweise in Form eines Nachtschmerzes. Auch der Belastungsschmerz ist zu differenzieren, bei dem nicht eine Bewegung, sondern die Belastung einer Extremität den Schmerz auslöst.

Diagnostik

Sorgfältige Untersuchung des Bewegungsumfangs betroffener Gelenke und genaue Beobachtung, bei welcher Bewegung der Bewegungsschmerz ausgelöst wird. Dokumentation gegebenenfalls mit der Neutral-Null-Methode, beispielsweise „Schmerz in der rechten Leiste bei Beugung im Hüftgelenk über 50°“.

Differenzialdiagnose

Ruheschmerz, Belastungsschemerz.

Therapie

Die Therapie des Bewegungsschmerzes richtet sich ganz nach der Art der zugrunde liegenden Erkrankung. Ein durch die Arthrose eines Gelenks ausgelöster Bewegungsschmerz wird mit dem ganzen Spektrum der konservativen und operativen Behandlungsmethoden angegangen, eine frische Verletzung bedarf der Ruhigstellung und gegebenenfalls der operativen Versorgung.

Nachsorge

Richtet sich nach der Art der zugrunde liegenden Erkrankung.

Autor

Nils Hailer

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