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Interleukin-1-Inhibitoren

Synonyme

Interleukin-1-Antagonisten; IL-1-Inhibitoren

Handelsnamen

Kineret, Orthokin

Anwendungsgebiete/Indikationen

Rheumatoide Arthritis

Dosierung

Siehe Gebrauchsinformationen der Hersteller.

Darreichungsformen

Injektionslösungen

Wirkmechanismus

Interleukin (IL)-1 ist ein wichtiger Botenstoff des Immunsystems und gilt als proinflammatorisches Zytokin, d. h. es stimuliert Immunreaktionen. Besondere Bedeutung hat IL-1 als Stimulus für monozytäre, antigenpräsentierende Zellen. Die Freisetzung von IL-1 ist bei verschiedenen autoimmunen Erkrankungen und insbesondere bei der rheumatoiden Arthritis gesteigert; des Weiteren findet sich IL-1 gemeinsam mit anderen Entzündungsmediatoren in der Synovialflüssigkeit bei aktivierter Arthrose. Interleukin(IL)-1-Inhibitoren wirken als Antagonisten des IL-1 am IL-1-Rezeptor, damit wird das freie IL-1 neutralisiert und seine proinflammatorische Wirkung lässt nach. Die Wirkung von IL-1-Inhibitoren bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis ist in mehreren Studien beschrieben worden, in der Regel allerdings in Kombination mit Methotrexat. Klinisch kommt es bei den Patienten mit rheumatoider Arthritis zu einer Symptomlinderung in Form eines Rückgangs der Schmerzen und der Zahl entzündeter Gelenke. Die Behandlung der degenerativ bedingten Arthrose mit IL-1-Inhibitoren beruht auf theoretischen Überlegungen; ein klinischer Wirksamkeitsnachweis ist bisher jedoch nicht erfolgt.

Pharmakokinetik

Die Bioverfügbarkeit von IL-1-Inhibitoren beträgt nach subkutaner Injektion 95 %, über die Bioverfügbarkeit nach intraartikulärer Injektion liegen keine publizierten Daten vor. Maximale Plasmakonzentrationen werden nach subkutaner Injektion nach drei bis sieben Stunden gemessen, eine Akkumulation fand nach täglichen Injektionen über einen Zeitraum von bis zu 24 Wochen nicht statt.

Kontraindikation

Die Niereninsuffizienz mit einer Kreatininclearance unter 30 ml/min gilt als Kontraindikation, des Weiteren eine bekannte Allergie gegen Proteine aus Escherichia coli.

Nebenwirkungen

Wie bei anderen Immunsuppressiva kann die effektive Hemmung der Immunabwehr in ernsten, zum Teil lebensbedrohlichen bakteriellen, viralen oder durch Pilze hervorgerufenen Infektion resultieren. Eine Neutropenie wird relativ häufig beobachtet. Kopfschmerzen und Schmerzen an der Injektionsstelle sind andere häufig berichtete Nebenwirkungen.

Wechselwirkungen

Die Untersuchung von Wechselwirkungen ist nicht systematisch erfolgt, was aber relevante Wechselwirkungen mit anderen Pharmaka nicht ausschließt. Die gleichzeitige Gabe von IL-1-Inhibitoren und Antagonisten des Tumor-Nekrose-Faktor-α (Etanercept) resultierte in einer gesteigerten Rate ernster Infektionen und Neutropenien, weshalb eine gleichzeitige Anwendung dieser beiden Immunsuppressiva nicht empfohlen wird.

Autor

Nils Hailer

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