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Morbus Ledderhose

Synonyme

Fibromatosis plantae; Ledderhose-Krankheit

Englischer Begriff

Plantar fibromatosis; Ledderhose’s disease

Definition

Beim Morbus Ledderhose handelt es sich um eine Fibromatose im Bereich der Plantaraponeurose ähnlich der Dupuytren-Kontraktur an der Hand.

Pathogenese

Die Ätiologie ist unbekannt. Es wird allerdings ein gehäuftes Vorkommen gemeinsam mit Fibromatosen der Palmarfaszie (Morbus Dupuytren) und eine familiäre Häufung beobachtet. Die Fibromatose besteht aus hochdifferenzierten Fibroblasten, welche zeitweise die darüberliegende Haut oder das darunterliegende Gewebe infiltrieren. Obwohl sie lokal aggressiv wächst, ist keine Metastasierung bekannt. Sie führt zur Schrumpfung und Sklerosierung der Plantaraponeurose.

Es werden drei Phasen der Erkrankung beschrieben:

  1. 1. proliferative Phase mit erhöhter fibroblastischer Aktivität,
  2. 2. Phase der Knotenbildung,
  3. 3. Residualphase mit verminderter fibroblastischer Aktivität, Kollagenreifung und Bildung von Gewebekontrakturen.

Symptome

Die betroffenen Patienten klagen über Schmerzen und Schwellungsgefühl im Bereich der Fußsohle. Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich eine verhärtete Plantaraponeurose, die umschrieben knotig verändert ist. Die Läsion findet sich meist plantar medialseitig, ist aber auch über das ganze Längsgewölbe möglich. Zeitweise finden sich Zehenkontrakturen.

Diagnostik

Die klinische Untersuchung ergibt die eigentliche Diagnose. Zusätzlich kann ein Röntgenbild mit Weichteiltechnik oder besser noch ein Magnetresonanztomogramm zur Darstellung des Weichteilgewebes angefertigt werden. Vor allem in Rezidivfällen wird eine Magnetresonanztomographie zur Bestimmung der Ausdehnung empfohlen.

Differenzialdiagnose

Fibrosarkom, Fasciitis nodularis.

Therapie

Die Therapie kann entweder chirurgisch oder konservativ erfolgen.

Akuttherapie

Antiphlogistika bei Schmerzen.

Konservative/symptomatische Therapie

Eine konservative Therapie ist nur so lange gerechtfertigt, als die Erkrankung nur geringe Schmerzen verursacht, kleine Knoten und kein aggressives Wachstum zeigt. In diesen Fällen ist eine weichbettende Einlagenversorgung zu empfehlen.

Medikamentöse Therapie

Antiphlogistika (rein symptomatisch).

Operative Therapie

Die operative Therapie kommt immer dann zum Zug, wenn der Patient über starke Schmerzen klagt, die konservative Therapie ohne Erfolg bleibt und die Läsion aggressiv fortschreitet. In der Literatur werden drei verschiedene Verfahren beschrieben:

  • 1. lokale Exzision,
  • 2. weite Exzision mit einem 2–3 cm im gesunden resezierten Gewebe,
  • 3. komplette Fasziektomie.

Im Fall eines Rezidivs wird auf jeden Fall die komplette Fasziektomie empfohlen.

Bewertung

Die Fibromatose der Plantarfaszie ist eine gutartige Erkrankung, die allerdings in bis zu 10 % der Fälle nach lokaler Exzision rezidiviert. Deshalb wird in der Literatur teilweise eine primäre komplette Fasziektomie empfohlen.

Nachsorge

Die Nachsorge der chirurgischen Therapie hat durch den Facharzt zu erfolgen.

Autor

Karl-Heinz Kristen

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