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Arthrographie

Englischer Begriff

Arthrography

Definition

(Árthron – griech.: Gelenk, graphein – griech.: schreiben)

Radiologische Darstellung der Gelenke mit Kontrastmittel, vor allem zur Beurteilung der Gelenkkapsel und der Binnenstrukturen. Je nach verwendeter Modalität unterscheidet man die konventionelle Arthrographie von der CT-Arthrographie und der MR-Arthrographie.

Indikation

Darstellung von Binnenstrukturen der Gelenke (Labra articularia, Disci u. a.) sowie der Gelenkkapsel mit ihren extrinsischen Ligamenten, auch zum Nachweis einer adhäsiven Kapsulitis, durch den besseren Bildkontrast einerseits und den Distensionseffekt auf das Gelenkkavum andererseits. Hauptanwendungsgebiete sind Schulter (Humeroglenoidalgelenk) und Handgelenk sowie andere große periphere Gelenke, selten auch das erste Metakarpophalangealgelenk. Wegen der hohen Aussagekraft der Nativmagnetresonanztomographie vornehmlich zur chirurgischen Therapieplanung und Therapiekontrolle.

Kontraindikation

Allergie gegen Kontrastmittel, Strahlenexposition berücksichtigen.

Durchführung

Unter sterilen Kautelen wird das Gelenk meist nach einer Lokalanästhesie punktiert und mit NaCl-verdünntem Kontrastmittel (Monokontrastarthrographie) injiziert, vor allem bei der CT-Arthrographie zusätzlich mit gefilterter Raumluft (Doppelkontrastarthrographie). Bei der MR-Arthrographie selten als indirekte Form mit intravenös appliziertem Kontrastmittel, das nach ca. 30 Minuten transsynovial, zu einem geringfügigen Teil auch transchondral in das Gelenkkavum ausgeschieden und später wieder resorbiert wird. Bilddokumentation bei Computertomographie und Magnetresonanztomographie in zwei bis drei Raumebenen; bei der MR-Schulterarthrographie auch in ABER-Position (Abduktion externe Rotation; siehe Abb. 1). Bei Bedarf können Stresstests unter Durchleuchtung durchgeführt werden. Ergänzende Instillation von schmerz- bzw. entzündungshemmenden Substanzen zu Therapiezwecken ist möglich. Aus 3-D-Datensätzen lassen sich virtuelle Arthroskopien (siehe Abb. 2) rekonstruieren.


Abb. 1.
MR-Arthrographie der Schulter (ABER-Position) mit ausgefranstem Labrum articulare.


Abb. 2.
Virtuelle Arthroskopie der Schulter.

Nachbehandlung

Bis zu zwei Tage nach Untersuchungsende kann ein „ziehendes Gefühl“ durch die synoviale Resorption von Kontrastmittel verspürt werden. Seltene Komplikation: iatrogene Gelenkinfektion.

Autor

Bernd Tombach, Jan Bischoff

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