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Metatarsus primus varus

Synonyme

Spreizfuß

Englischer Begriff

Splay foot

Definition

Es handelt sich um eine vermehrte Abspreizstellung des Os metatarsale I nach medialseitig.

Pathogenese

Die Pathogenese des Metatarsus primus varus ist nicht geklärt. Es werden hereditäre Faktoren und Instabilität im ersten Tarsometatarsalgelenk diskutiert. Der Metatarsus primus varus ist oft mit einer Hallux-valgus-Fehlstellung vergesellschaftet und führt so zu einer klinischen Symptomatik.

Siehe auch Hallux valgus.

Symptome

Die klinische Symptomatik kommt aufgrund einer begleitenden Hallux-valgus-Fehlstellung zustande und äußert sich in Schmerzen medial und medial-dorsalseitig über dem Großzehengrundgelenk. Es besteht meist ein ausgeprägter Schuhkonflikt.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch die klinische Untersuchung, aber vor allem durch eine radiologische Untersuchung gestellt. Die radiologische Aufnahme des Fußes erfolgt im Stehen von dorsoplantar und seitlich unter Vollbelastung. Es wird der Winkel zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen vermessen (Intermetatarsalwinkel). Normalerweise beträgt dieser Winkel bis maximal 8–10°. Liegt der Winkel darüber, so spricht man von einem Metatarsus primus varus.

Therapie

Die Therapie besteht in der Verkleinerung des Intermetatarsalwinkels.

Akuttherapie

Akute Beschwerden bei Hallux-valgus-Fehlstellung bedürfen einer antiphlogistischen Therapie und Schonung.

Konservative/symptomatische Therapie

Schuhmodifikation, Einlagenversorgung.

Medikamentöse Therapie

Antiphlogistika

Operative Therapie

Die operative Therapie zielt auf die Verkleinerung des Intermetatarsalwinkels, wobei zahlreiche chirurgische Verfahren zur Verfügung stehen. Das chirurgische Prinzip zielt darauf ab, das Metatarsalköpfchen nach lateral zu verschieben. Dazu können bei kleineren Intermetatarsalwinkeln (bis ca. 15°) eine distale Metatarsalosteotomie (Chevron), bei mittleren Winkeln (bis 20°) eine langstreckige Osteotomie (Scarf) und bei größeren Fehlstellungen eine proximale Metatarsalosteotomie (z. B. open wedge, Ludloff) oder eine Arthrodese des Tarsometatarsalgelenks (Lapidus-Arthrodese) mit Korrektur des Intermetatarsalwinkels durchgeführt werden.

Dauertherapie

Bei konservativer Therapie Schuhanpassung.

Bewertung

Eine dauerhafte Korrektur kann nur operativ erreicht werden.

Nachsorge

Die Kontrolle nach operativen Eingriffen muss immer durch den betreuenden Facharzt durchgeführt werden.

Autor

Karl-Heinz Kristen, Peter Bock

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