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Unkovertebralarthrose

Synonyme

Uncovertebralarthrose; Uncarthrose; Spondylose uncovertebralis

Englischer Begriff

Uncovertebral arthrosis

Definition

Degenerativ bedingte Verschleißerscheinungen im Bereich des Prozessus uncinatus und der unteren Abschlussplatte des cranial angrenzenden Wirbelkörpers.

Pathogenese

In meist höherem Alter kommt es zu Anbaureaktionen im Bereich der Processi uncinati. Von einer Arthrose im eigentlichen Sinne kann nicht gesprochen werden, da sich die Uncovertebralgelenke als sogenannte Halbgelenke erst ab dem 5. Lebensjahr ausbilden. Mit fortschreitendem Lebensalter kommt es zu weiteren Anbaureaktionen im Bereich der Processi uncinati (physiologischer Alterungsprozess der menschlichen Halswirbelsäule).

Symptome

Aufgrund der zunehmenden Raumforderung im Bereich der Processi uncinati, welche direkt an die Neuroforamen anteromedial angrenzen, kommt es zu entsprechenden Radikulopathien der Halswirbelsäule. Unter Umständen kann die Uncobvertebralarthrose auch zu bewegungsabhängigen Nackenschmerzen führen.

Diagnostik

Klinisch imponiert das Bild der Radikulopathie des entsprechenden Bewegungssegmentes. Nativ radiologisch sind die Processi uncinati in Aufnahmen der HWS in zwei Ebenen gut beurteilbar (siehe Abb. 1). Zur genaueren Beurteilung der Neuroforamina bzw. die zur Beurteilung der Einengung der Neuroforamina durch die Uncocerebralarthrose sind das MRT und das CT wegweisend.


Abb. 1.

Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch ist an die Osteochondrose mit begleitenden Retrosponylophyten wie auch an cervikale Bandscheibenvorfälle zu denken. Weniger häufig sind periphere Nervenkompressionssyndrome, das Throracic outlet-Syndrom oder die Radikulitis.

Therapie

Die konservative Therapie reicht von der Einnahme nicht-steroidaler Antirheumatika über physikalische bzw. chirotherapeutische Anwendungen bis hin zur semiinvasiven therapeutischen Injektion von Lokalanästhetika gemischt mit Cortikosteroiden, entweder an die entsprechende Nervenwurzel im Sinne einer Nervenwurzelblockade bzw. CT-gesteuert auch direkt in das Uncovertebralgelenk hinein. Bei Versagen der intensiven konservativen Therapiemaßnahmen bzw. Zunahme der radikulären Symptomatik im Sinne eines neurologischen Defizits im entsprechenden Versorgungsgebiet stellt sich die Indikation zur dekomprimierenden Operation. Hier kommen prinzipiell drei unterschiedliche Verfahren zur Anwendung. Zum einen besteht die Möglichkeit zur dorsalen Foraminotomie, wobei die Nervenwurzel durch Resektion der kaudalen Facettengelenksspitze des beteiligten Wirbelkörpers dekomprimiert wird. Zum anderen besteht auch die Möglichkeit der Uncoforaminotomie, wobei hier von ventral der Uncus und die komprimierenden Strukturen entfernt werden. Meist tritt die Uncovertebralarthrose aber auch in Verbindung mit Osteochondrosen bzw. Facettengelenksarthrosen des entsprechenden Bewegungssegmentes auf, sodass hier die ventrale Dekompression und Fusion – 1955 erstmalig beschrieben durch Robinson und Smith – als Behandlungsoption der Wahl gesehen werden muss.

Autor

Christoph Mehren, Christoph Siepe

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