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Wachstumsstörungen

Synonyme

Fehlwachstum

Englischer Begriff

Disturbance of growth

Definition

Störung des normalen, physiologischen Wachstums. Grundsätzlich unterscheidet man generalisierte Wachstumsstörungen von lokalisierten Wachstumsstörungen.

Vorkommen

Bei den generalisierten Wachstumsstörungen unterscheidet man den Minderwuchs und den Hochwuchs. Dabei ist der Minderwuchs in der Regel Folge von metabolischen und/oder endokrinen Störungen, während der Hochwuchs Folge einer endokrinen Grunderkrankung ist.

Bei den lokalisierten Wachstumsstörungen unterscheidet man Hypoplasie, Hyperplasie und Fehlwachstum.

Es kommen Störungen im Bereich der Epiphyse, der Wachstumsfuge oder metaphysär-diaphysär vor. Die Ausprägung ist von der Lokalisation der Läsion abhängig. Ein meta- und diaphysärer Schaden führt durch die Störung des periostalen Breitenwachstums zur Verjüngung und eventuell zur Achsenabweichung des betroffenen Knochens. Eine Störung im Epiphysenbereich bewirkt die Verformung der Gelenkfläche. Läsionen im Bereich der Wachstumsfuge führen zu Störungen des Längenwachstums.

Häufigere Ursachen für lokale Wachstumsstörungen sind z. B. Vaskularisationsstörungen, Traumen, Infektionen und Operationen.

Diagnostik

Die Definition und Diagnose generalisierter Wachstumsstörungen erfolgen durch Bestimmung des Skelettalters (anterior-posteriore Röntgenaufnahme der linken Hand, Suche nach Retardierung oder Akzeleration). Die Diagnose von lokalisierten Wachstumsstörungen ergibt sich durch den klinischen und radiologischen Befund der betroffenen Region. Die Wachstumsstörung kann nach folgender Formel (in Prozent) berechnet werden:

„Wachstumsstörung“ = [(Wachstum normale Seite – Wachstum verkürzte Seite) : Wachstum normale Seite] • 100.

Danach können die Wachstumsstörungen in folgende Schweregrade eingeteilt werden: 0–10 %: leicht; 11–20 %: mäßig; 21–30 %: schwer; > 30 %: sehr schwer.

Therapie

Konservative Therapie

Generalisierte Wachstumsstörungen durch medikamentöse Behandlung der Grunderkrankung (falls bekannt). Lokalisierte Wachstumsstörung: Schienen- bzw. Orthesenbehandlung zur Wachstumslenkung, längenausgleichende Maßnahmen an der unteren Extremität (Einlagen, Absatzerhöhung usw.).

Operative Therapie

Die Indikation zur operativen Therapie ist abhängig von Alter und Ausmaß der Störung. Grundsätzlich kommen folgende operative Maßnahmen in Frage: Korrekturosteotomien bei Achsenabweichungen (gegebenenfalls mehrmals); Verlängerungsosteotomien, Kallusdistraktion bei Verkürzungen; eventuell Resektion von Brückenkallus.

Autor

Géza Pap

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