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Trendelenburg-Zeichen

Englischer Begriff

Trendelenburg’s sign

Definition

Absinken des Beckens auf die Seite des Schwungbeins (siehe Abb. 1).


Abb 1.

Vorkommen

  1. Bei Lähmung des N. gluteus superior kommt es beim Gehen zu einer Schwäche des M. gluteus medius und des M. gluteus minimus mit Absinken der Hüfte auf der Seite des Schwungbeins. Bei leichter Parese kann der Patient das Absinken des Beckens durch Neigen des Oberkörpers zum Standbein hin verhindern (Duchenne-Hinken). Schädigungen des N. gluteus superior treten im Rahmen von Entbindungen (Steinschnittlage), bei Einklemmungen im Foramen suprapiriforme, bei Frakturen und bei Diabetes mellitus, selten bei Spondylolisthesis auf.
  2. Bei der so genannten angeborenen Hüftgelenkluxation (meist tritt diese erst postpartal auf) ist das betroffene Bein verkürzt, die Außenrotation ist eingeschränkt. Der Trochanter major steht höher und die Abduktoren der Hüfte werden insuffizient. Wenn das kranke Bein zum Standbein wird, sinkt das Becken der gesunden Seite ab (positives Trendelenburg-Zeichen).

Diagnostik

Beobachtung des Gangs; Einbeinstand: beim Stehen auf dem gesunden (Parese des N. gluteus superior) bzw. kranken (Hüftluxation) Bein Absinken des Beckens auf der Schwungbeinseite (positives Trendelenburg-Zeichen); Elektromyographie: Nachweis von pathologischer Spontanaktivität im M. gluteus medius und M. gluteus minimus bei Läsion des N. gluteus superior; Muskelatrophie; Röntgen: Beckenübersichtsaufnahme zur Feststellung der Hüftgelenkluxation:.

Differenzialdiagnose

Beckengürtelform der progressiven Muskeldystrophie, proximale Myopathie (beidseitige Erkrankung).

Therapie

Beseitigung der Ursache bei mechanischer Läsion des N. gluteus superior; konservative Therapie mit Antiphlogistika, Ruhe, Physiotherapie bei kurzfristiger Überdehnung (Entbindung); erneute Überdehnung meiden; bei metabolischen Ursachen Behandlung der Stoffwechselkrankheit.

Konservative/symptomatische Therapie

Physiotherapie

Medikamentöse Therapie

Antiphlogistika

Operative Therapie

Hüftgelenkluxation: operative Therapie, Entrapment des N. ischiadicus.

Dauertherapie

Meist nicht notwendig, jedoch Physiotherapie empfehlenswert.

Bewertung

Meist günstig, abrupte starke Überdehnungen ungünstig wegen der Gefahr des intraneuronalen Hämatoms.

Autor

Iris Reuter

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