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Erguss

Synonyme

Flüssigkeitsansammlung

Englischer Begriff

Effusion

Definition

Flüssigkeitsansammlung in präformierten Höhlen, z. B. in Gelenken.

Vorkommen

Häufige Veränderung bei Gelenkerkrankungen und -verletzungen. Ein Gelenkerguss kann blutig, serös oder trüb sein.

Diagnostik

Die Diagnose eines Gelenkergusses gelingt durch die klinische Untersuchung und die Anwendung der Ultraschalluntersuchung. Jeder Erguss, der nicht posttraumatisch und hämorrhagisch ist, sollte durch eine Synoviaanalyse abgeklärt werden.

Differenzialdiagnose

Tumoröse oder entzündlich-solide Gewebsvermehrung.

Therapie

Punktion zur Druckentlastung und Schmerzreduktion sowie zur Diagnostik der Flüssigkeit.

Akuttherapie

Punktion, Kühlung und Kompression mit entsprechender Lagerung.

Konservative/symptomatische Therapie

Kühlung, Salbenverbände und Ruhigstellung.

Medikamentöse Therapie

Je nach Genese des Ergusses antiphlogistische Maßnahmen oral und lokal oder Behandlung der Grunderkrankung, z. B. der Arthritis urica mit Allopurinol.

Operative Therapie

Nur bei entsprechender Grunderkrankung, die eine operative Therapie erforderlich macht.

Dauertherapie

Behandlung der dem Erguss zugrunde liegende Erkrankung.

Bewertung

Der Erguss ist immer ein Symptom einer Erkrankung oder Verletzung und muss dementsprechend nur bei akuter Schmerzsymptomatik zur Druckentlastung oder zur Gewinnung von Untersuchungsmaterial punktiert werden. Jede weitere Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung.

Nachsorge

Nach Punktion eines Ergusses sollte das Gelenk mit einem komprimierenden Verband versorgt und nicht zu stark belastet werden (z. B. Entlastung mit Unterarmgehstützen).

Autor

Michael Krüger-Franke

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