Springer-Verlag
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 0-9

3-in-1-Block

Synonyme

Inguinale paravaskuläre Plexus-lumbalis-Anästhesie; Inguinale paravaskuläre Nervus-femoralis-Blockade

Englischer Begriff

3-in 1-block; Inguinal femoral nerve block; Inguinal paravascular lumbar plexus block

Definition

Blockade des N. femoralis unterhalb des Leistenbandes durch große Mengen (und Volumina) von Lokalanästhetika. Der Name des Blocks wurde von Winnie unter der Vorstellung gewählt, dass mit einer großvolumigen Injektion drei Nerven blockiert werden können (N. femoralis, N. obturatorius und N. cutaneus femoris lateralis). Sicher wird jedoch nur der N. femoralis betäubt.

Indikation

Lokalanästhesie für alle Eingriffe am Bein, zur Wundversorgung, Hauttransplantation am ventralen Oberschenkel, Mobilisation, Krankengymnastik, postoperative Schmerztherapie nach Operationen im ventralen Bereich des Kniegelenks (in Kombination mit einem proximalen Nervus-ischiadicus-Block auch bei Einbeziehung dorsaler Gelenkanteile) sowie Schmerzreduktion nach Hüftgelenksoperationen.

Kontraindikation

Absolute Kontraindikationen: Ablehnung durch den Patienten, Infektionen im Bereich der Punktionsstelle, manifeste Gerinnungsstörungen.

Relative Kontraindikationen: Status nach inguinaler Gefäßoperation (z. B. nach femoropoplitealem Bypass, eventuell unter Zuhilfenahme von Gefäß-Doppler-Sonographie oder Sonographie möglich), Tumore und schmerzhafte Lymphknoten in der Leiste, vorbestehende neurologische Defizite.

Durchführung

Der Patient liegt in Rückenlage, das zu betäubende Bein ist abduziert und nach außen rotiert. Leitpunkte sind das Leistenband (Verbindungslinie von Spina iliaca anterior superior und Tuberculum pubicum) und die A. femoralis. Die Einstichstelle befindet sich ca. 1–2 cm unterhalb des Leistenbandes und ca. 1,5 cm lateral der A. femoralis. Die Punktionskanüle wird in einem Winkel von 30° zur Haut und parallel zur Arterie nach kranial und dorsal vorgeschoben. Nach zweimaligem Widerstandsverlust (hervorgerufen durch die Fascia lata und die Fascia iliaca) beobachtet man eine motorische Reizantwort des N. femoralis im M. quadriceps femoris und des M. rectus femoris (so genanntes „Tanzen der Patella“) durch Nervenstimulation mit ca. 0,3 mA bei einer Impulsbreite von 0,1 ms. Die Technik eignet sich sowohl für eine einmalige Injektion als auch als kontinuierliche Technik mittels Katheter zur postoperativen Schmerztherapie.

Autor

Peter Teschendorf

Anzeige

Anzeige

© Springer 2017
Powered by kb-soft