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Ischiasdehnungsschmerz

Synonyme

Lasègue-Zeichen; Bragard-Zeichen

Definition

Bei einer Reizung von Nervenfasern des N. ischiadicus, beispielsweise im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls, kann durch Flektion im Hüftgelenk mit gestrecktem Knie eine charakterstische Schmerzprovokation erzielt werden.

Vorkommen

Bei jeglicher Reizung von Nervenfasern, die zum N. ischiadicus beitragen, kann es bei passiver Dehnung des Nervs zur Schmerzprovokation kommen. So können Bandscheibenvorfälle, Spondylodiszitiden oder Tumoren der unteren Lendenwirbelsäule lumbale Nervenwurzeln beeinträchtigen und bei Dehnung des Ischiasnervs zum Dehnungsschmerz führen.

Diagnostik

Der Ischiasdehnungsschmerz wird klassischerweise durch das von Lasègue beschriebene Manöver ausgelöst: Beim liegenden Patienten wird das gestreckte Bein durch Flektion in der Hüfte von der Unterlage gehoben. Wenn dadurch entweder ein in Höhe der Lendenwirbelsäule oder in den Verlauf des N. ischiadicus projizierter Schmerz hervorgerufen wird, gilt das Zeichen als positiv; der in der Hüfte erreichte Grad der Flektion wird dokumentiert. Eine zusätzliche Ischiadikusdehnung kann durch das Manöver nach Bragard erreicht werden, indem das Bein aus der schmerzhaften Position etwas abgesenkt wird und dann eine forcierte Dorsalextension im Sprungegelenk durchgeführt wird. Auch dadurch wird wiederum der N. ischiadicus gedehnt.

Differenzialdiagnose

Vorsicht ist bei der Interpretation einer Schmerzangabe angebracht, denn auch verkürzte ischiokrurale Muskeln (hamstrings) können bei dem Lasègue-Manöver Dehnungsschmerzen an der Oberschenkelrückseite auslösen.

Autor

Nils Hailer

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