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Amputation, spezielle, obere Extremitäten, Unterarm

Englischer Begriff

Transradial amputation

Definition

Absetzen des distalen Armanteils im Unterarm. Man unterscheidet lange, mittellange, kurze und ultrakurze Unterarmamputationen.

Indikation

In der Regel schwere Weichteiltraumata, selten Embolien, periphere arterielle Verschlusskrankheit.

Kontraindikation

Indikation nur, wenn Handgelenkexartikulation nicht mehr möglich ist.

Durchführung

Wie generell an den oberen Extremitäten möglichst weitgehender Längenerhalt. Mit jedem weiteren Zentimeter Verlust an Länge nimmt zusätzlich die so wichtige Pro- und Supinationsbewegungsmöglichkeit ab. In Unterarmmitte ist sie etwa um 50 % reduziert. Ein längerer Unterarmstumpf garantiert durch den langen Hebelarm eine bessere Nutzung der Prothese, beim langen Unterarmstumpf besteht auch noch die Möglichkeit eines Krukenberg-Stumpfs (Greifzange zwischen Ulna und Radius).

In der Regel Standardverfahren mit langem palmaren und kurzem dorsalen Lappen, es sind aber auch symmetrische Lappen oder ein langer dorsaler Lappen möglich (je nach Weichteilsituation). Besonders sorgfältige Bearbeitung der Knochenstümpfe, um Anspitzungen zu vermeiden, insbesondere, da die Weichteildeckung im Unterarmbereich distal nicht sehr gut ist. Intaktlassen der Membrana interossea, Kürzung sämtlicher Nerven, insbesondere auch von Hautnerven.

Nachbehandlung

Prothesenversorgung anstreben, heute meist mit myoelektrischen Prothesen. Kräftigung der Rumpfmuskulatur zur Vermeidung von zu starken Seitausbiegungen der Wirbelsäule.

Autor

Bernhard Greitemann

FA Orthopädie, Physikalische und rehabilitative Medizin, Chefarzt und Ärztlicher Direktor Klinik Münsterland am Reha-Klinkum Bad Rothenfelde der DRV
Vorsitzender Vereinigung Techn. Orthopädie der DGOU und DGOOC
Vorsitzender Beratungsausschuss der DGOOC für das Orthopädieschuhtechnikhandwerk

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