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Sesambeine

Synonyme

Sesamoid; Os sesamoideum

Englischer Begriff

Hallucal sesamoids

Definition

In den plantaren Kapsel-Band-Apparat und die Sehnen des M. flexor hallucis brevis, M. abductor hallucis und M. adductor hallucis eingelagerte Knochen, die mit dem ersten Mittelfußkopf artikulieren.

Beschreibung

Man unterscheidet ein mediales und ein laterales Sesambein, die ligamentär miteinander verbunden sind und zwischen denen die Sehne des M. flexor hallucis longus verläuft. Das mediale Sesambein liegt weiter distal und ist in die Sehne des medialen Kopfs des M. flexor hallucis brevis und die plantare Kapsel des Großzehengrundgelenks eingebettet. Zusätzlich inserieren hier Anteile des M. abductor hallucis. Das laterale Sesambein liegt weiter proximal und ist in die Sehne des lateralen Kopfs des M. flexor hallucis brevis eingebettet. Hier setzt neben dem Lig. intermetatarsale transversum der quere Kopf des M. adductor hallucis an. Die Oberfläche der Sesambeine enthält eine knorpelige Struktur, die mit der Sesambeingleitbahn des ersten Mittelfußkopfs artikuliert. Die Sesambeine sind hinsichtlich ihrer Form und ihrer Anzahl variabel ausgebildet. Dies muss differentialdiagnostisch bei der Abgrenzung zur Fraktur eines Sesambeins berücksichtigt werden. Selten kann es zur Nekrose eines Sesambeins (Morbus Renander) kommen.

Beim Hallux valgus kommt es in der Regel zu einer Inkongruenz zwischen den Sesambeinen und dem ersten Mittelfußkopf, wobei die Sesambeine ihre Lage nicht verändern, sondern der Mittelfußkopf, bedingt durch die Vergrößerung des ersten Metatarsalwinkels, nach medial verlagert wird.

Funktionell wirken die Sesambeine als Umlenkpunkt für die Sehnen des M. flexor hallucis brevis, verteilen und reduzieren Druck- und Scherkräfte auf die Großzehenbeugesehnen und wirken als Widerlager für den ersten Mittelfußkopf in der Zehenabstoßphase.

Autor

Renée Fuhrmann

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