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Ultraschallbehandlung

Englischer Begriff

Ultrasound treatment

Definition

Bei der Ultraschallbehandlung werden Hochfrequenzströme mit einer Frequenz von 800.000 bis zu einer Million Hertz erzeugt, die in Form von Schallschwingungen an das Gewebe weitergegeben werden. Diese Schallschwingungen sind unhörbar. Die vom menschlichen Ohr wahrgenommenen Schwingungen liegen zwischen 20 und 20.000 Hertz. Ultraschall erzeugt im Gewebe Druckwellen und damit Vibrationen („Mikromassagen“). Die Reibungsenergie wird in Wärme umgewandelt.

Indikation

Ultraschall wirkt schmerzdämpfend, durchblutungssteigernd und muskelentspannend. Mit Ultraschall können Medikamente in Gel- oder Salbenform über die Haut in tiefere Strukturen gelangen. Hauptanwendungsgebiete sind Muskelzerrungen oder -verspannungen, Myogelosen sowie Sehnen- oder Sehnenscheidenentzündungen. Auch bei Degenerationen von Gelenken (Arthrose von Hand-, Finger oder Kniegelenken) wird eine positive Wirkung postuliert. Einen heilungsbeschleunigenden Einfluss auf Frakturen wird kontrovers diskutiert.

Kontraindikation

Eine Kontraindikation der Ultraschallbehandlung besteht bei malignen Tumoren sowie am Gehirn. Insbesondere bei Kindern sollten niedrigere Dosierungen gewählt und die Beschallung der Epiphysenfugen vermieden werden.

Durchführung

Bei der Ultraschallbehandlung wird an die zu behandelnde Stelle Gleitgel appliziert und die Schallwellen mit einem zylinderförmigen Schallkopf übertragen. Der Schallkopf wird dabei mit kreisenden Bewegungen über die schmerzhaften Strukturen geführt. Mit Ultraschall können auch Medikamente in Gelform in die Haut eingebracht werden. Die Behandlung dauert ca. 10–20 Minuten.

Autor

Rolf Haaker

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