Springer-Verlag
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 0-9

Akromioplastik

Synonyme

Subakromiale Dekompression; Akromionosteotomie

Englischer Begriff

Acromioplasty

Definition

Als Akromioplastik wird eine offene oder endoskopische Begradigung der (pathologisch) konkaven Unterfläche des Akromions bezeichnet.

Indikation

Outlet-Impingement, Akromionsporn.

Kontraindikation

Non-outlet-Impingement, normal weiter Subakromialraum.

Durchführung

Offene Akromioplastik

Neer beschrieb 1972 als Erster ein offenes Verfahren, bei dem durch eine schräge vordere Osteotomie des Akromions als pathologisch angesehene osteophytäre Ausziehungen entfernt werden, um dadurch den subakromialen Gleitraum für die Rotatorenmanschette zu erweitern. Die Schnittführung erfolgt entweder schräg vom Akromionvorderrand zum Korakoid etwa parallel zum Lig. coracoacromiale oder aber als Längsschnitt vertikal vom Akromionvorderrand etwa 5 cm nach distal. Die Fasern des Deltoideus werden längs gespalten (deltoid split) und der Akromionvorderrand sowie das Lig. coracoacromiale freigelegt. Die Osteotomie erfolgt mit dem Meissel schräg von vorn nach dorsokaudal abfallend, so dass die entstehende Akromionunterfläche als Ebene glatt verläuft. Ebenso entfernte Neer das Lig. coracoacromiale, da seiner Theorie nach ein verdicktes Ligament ebenfalls den Gleitraum der Rotatorenmanschette einengt.

Endoskopische Akromioplastik

Die endoskopische Form der offenen Akromioplastik wurde erstmalig 1985 von Ellman propagiert. Hier wird nach Einführung des Arthroskops von dorsal in den Subakromialraum durch ein bis zwei weitere Portale (lateral und ventral) mit speziellen Fräsen zunächst die Bursa reseziert und dann die Unterfläche des Akromions ventral um ca. 5 mm abgeschliffen und begradigt.

Nachbehandlung

Die postoperative Rehabilitation erfolgt funktionell krankengymnastisch unter Gabe von Analgetika/Antiphlogistika und physikalischen Maßnahmen wie z. B. Kälteanwendung. Neben Pendelübungen und passiver Mobilisation (manuelle Therapie) sollten gezielt diejenigen Muskelpartien gekräftigt werden, die den Humeruskopf tendenziell nach kaudal ziehen und somit funktionell den Subakromialraum erweitern („Humeruskopfdepressoren“).

Autor

Casper Grim

Anzeige

Anzeige

© Springer 2017
Powered by kb-soft