Springer-Verlag
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 0-9

McMurray-Verschiebeosteotomie

Synonyme

Medialisierende Verschiebeosteotomie nach McMurray

Englischer Begriff

McMurray’s intertrochanteric osteotomy

Definition

Die McMurray Osteotomie ist eine medialisierende intertrochantäre Verschiebeosteotomie des proximalen Femurs. Durch die Verschiebung des distalen Fragments unter den Femurkopf soll es zu einer Minderbelastung des Hüftgelenks kommen.

Indikation

Im Original wurde dieses Operationsverfahren für nicht-verheilte Schenkelhalsfrakturen beschrieben. Weitere publizierte Indikationen sind Hüftkopfnekrose und initiale Coxarthrose.

Kontraindikation

Eine Korrekturosteotomie ist in aller Regel ein elektiver Eingriff, so dass Vorteile der Operation gegen die Risiken abgewogen werden können. Kontraindikationen entsprechen denen anderer operativer Eingriffe und umfassen insbesondere lokale oder generalisierte Infektionen. Eine mangelhafte Kooperation des Patienten kann das Operationsergebnis beeinträchtigen. Präoperativ muss eine gründliche Aufklärung über die Nachbehandlung erfolgen. Abhängig von Knochenqualität und Heilungspotenz muss beim älteren Menschen die Indikation besonders kritisch abgewogen werden. Bei der Algodystrophie verbietet sich jedes invasives Vorgehen und damit auch eine Osteotomie.

Durchführung

Die Osteotomie beginnt unterhalb des Trochanter major und endet medial oberhalb des Trochanter minor. Dann erfolgt die Medialisierung des distalen Fragments durch manuellen Druck und Abduktion, was durch eine schräg verlaufende Osteotomiefläche erleichtert wird. Durch den Muskelzug des M. psoas am Trochanter minor wird die Medialisierung gehalten. Das distale Fragment sollte soweit medialisiert werden, dass es unter dem Femurkopf zu liegen kommt. Eine Verschiebung von mehr als 50 % der Schaftbreite sollte allerdings in Hinsicht auf eine spätere endoprothetische Versorgung vermieden werden. Zur internen Fixierung wird meist eine Klingenplatte mit deutlicher Unterstellung benutzt.

Nachbehandlung

Die Entlastung bis zur knöchernen Konsolidierung, also in der Regel für acht bis zwölf Wochen, ist notwendig. Je nach Stabilität der Osteosynthese ist eventuell zusätzlich die Ruhigstellung im Becken-Bein-Gips erforderlich.

Autor

Matthias Kusma

Anzeige

Anzeige

© Springer 2017
Powered by kb-soft