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Antibiogramm

Synonyme

Resistenzbestimmung

Definition

Methode zur Untersuchung der Wirksamkeit definierter Antibiotika auf Bakterien.

Indikation

Die Bestimmung der Wirksamkeit eines gewählten Antibiotikums auf bestimmte Bakterien mit einem Antibiogramm ist bei den meisten Infektionenen des orthopädischen Fachgebiets erforderlich. Nur durch Keimgewinnung und Resistenztestung ist die korrekte Wahl der zur Behandlung einer Infektion geeigneten Antibiotika möglich. Voraussetzung ist die Gewinnung von Körpermaterial, aus dem die pathogenen Keime in ausreichender Zahl angezüchtet werden können. Die Durchführung eines Antibiogramms ist obligat bei allen Gelenkinfekten, infizierten Implantaten und Knocheninfektionen sowie bei septischen Krankheitsbildern.

Durchführung

Erster Schritt in der Durchführung eines Antibiogramms ist die Gewinnung von Körpermaterial, aus dem die relevanten Bakterien angezüchtet werden können. Voraussetzung ist jedoch, dass noch keine Therapie mit einem Antibiotikum durchgeführt wird, sonst kann die Anzüchtung der Keime misslingen. Daher sollte vor dem Ansetzen einer Antibiose immer die Materialgewinnung stehen. Die Materialgewinnung kann durch einen Abstrich oder durch die Gewinnung von Blut oder Gelenkpunktat erfolgen; in vielen Fällen – insbesondere bei infizierten Implantaten oder chronischen Knocheninfektionen – müssen jedoch Gewebeproben entnommen werden. Das Prinzip der Durchführung eines Antibiogramms besteht darin, dass man die angezüchteten Keime definierten Konzentrationen einer Reihe verschiedener Antibiotika aussetzt, um dann eine eventuelle Wachstumshemmung feststellen zu können. Im Agardiffusionsverfahren werden in einer Agarplatte, auf der die angezüchteten Keime wachsen, ausgestanzte Zylinder mit unterschiedlichen Verdünnungen eines Antibiotikums gefüllt. Wenn eine bestimmte Verdünnung eines Antibiotikums das Keimwachstum hemmt, entsteht um den Stanzzylinder dieses Antibiotikums eine Fläche, auf der keine Bakterien wachsen können, ein so genannter Hemmhof. Daraus lässt sich schließen, dass die Bakterien auf dieses Antibiotikum empfindlich reagieren, was in der Befundung des Antibiogramms oft mit dem Buchstaben „S“ für „sensitiv“ ausgedrückt wird. Wird das Wachstum dieses Bakteriums durch das untersuchte Antibiotikum nicht gehemmt, wird dies mit dem Buchstaben „R“ für „resistent“ gekennzeichnet. Zwischenstufen, bei denen eine gewisse Hemmung des Keimwachstums ohne volle Wirksamkeit zu sehen ist, werden mit „I“ für „intermediär“ gekennzeichnet. Nach dem Ergebnis des Antibiogramms lässt sich nun die Therapie einer Infektion gezielt mit geeigneten Antibiotika durchführen.

Autor

Nils Hailer

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