Belastungsaufnahme; Gehaltene Aufnahme
Stress view
Radiologische Aufnahmetechnik zur Dokumentation kapsuloligamentärer Insuffizienzen der Gelenke, im engeren Sinne auf traumatische Gelenkinstabilitäten bezogen. Vielfach ersetzt durch Ultraschall und (kinematische) Magnetresonanztomographie, die ebenfalls unter mechanischer Belastung durchgeführt werden können, da mit diesen Verfahren eine Dehiszenz direkt darstellbar ist.
Häufige Indikationen sind an der Schulter bei Instabilität des Akromioklavikulargelenks, am Handgelenk bei Luxationsverletzungen bzw. Skaphoidpseudarthrose und am Daumen bei Verletzungen durch Valgusstress (Skidaumen), zusätzlich bei speziellen präoperativen Fragestellungen. Am Kniegelenk (Scheuba-Technik) und am Sprunggelenk nicht mehr indiziert.
Strahlenschutzaspekte, wobei, falls medizinisches Personal das Belastungsmanöver durchführt, neben einer Bleischürze auch Bleihandschuhe zu verwenden sind.
Durch Schmerzen der Patienten kann die notwendige Belastbarkeit der verletzten Bandstruktur eingeschränkt sein. Zudem besteht die Gefahr, bei inkomplett rupturierten Ligamenten das Ausmaß der Dehiszenz zu vergrößern.
Unter standardisierter mechanischer Belastung an der unteren Extremität in stehender Position, gegebenenfalls an einzelnen Gelenken mit diversen Hilfseinrichtungen (an der Schulter mit 5–10 kg um das Handgelenk geschlungenen Gewichten, mit einschlägigen Hilfsapparaten für größere Gelenke oder eine Plastikröhre für den Daumen), werden gezielt Projektionsaufnahmen angefertigt. Um die individuell unterschiedliche Bandlaxität zu berücksichtigen, wird grundsätzlich ein Seitenvergleich durchgeführt. Die „Aufklappbarkeit“ oder Stufenbildung wird nachvollziehbar gemessen und klassifiziert. Für spezielle Fragestellungen kann eine Belastung unter Durchleuchtungskontrolle (siehe Röntgendurchleuchtung) erfolgen.
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