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Beinlängenausgleich

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Synonyme

Beinverkürzung; Beinverlängerung; Verkürzungsausgleich

Englischer Begriff

Leg length balance

Definition

Ausgleich einer relevanten echten oder therapierefraktären funktionellen Beinlängendifferenz durch konservative und/oder operative Maßnahmen.

Indikation

Erforderlich ab einer Differenz von 0,5–1 cm (Klinik), um irreversible Sekundärschäden, wie z. B. Gelenk- und Wirbelsäulendegenerationen, oder ligamentäre Instabilitäten oder Überlastungen abzuwenden. Bei funktionellen Beinlängendifferenzen vorrangig physiotherapeutische Behandlung der Ursachen (z. B. Muskelkontrakturen, Blockierungen der Lendenwirbelsäule oder der Sakroiliakalgelenke, Skoliosen).

Kontraindikation

Fortgeschrittene degenerative Veränderungen der Wirbelsäule mit beginnender Fixierung (aufgehobenes Korrekturpotential der Wirbelsäule), nicht behandelte funktionelle Beinlängendifferenzen, Gehunfähigkeit.

Durchführung

Konservative Verfahren:

Überkorrektur vermeiden, eher 0,5 cm weniger ausgleichen (siehe Tabelle 1).


Tabelle 1.
Konservative Verfahren zum Beinlängenausgleich.

Bis zu 1 cm

Keileinlage für den Konfektionsschuh

Bis zu 2 cm

Kombination von 1-cm-Keileinlage und Absatz-/Sohlenerhöhung

2–4 cm

Absatz-/Sohlenerhöhung mit Ballenrolle für den Konfektionsschuh

4–7 cm

Absatz-/Sohlenerhöhung mit Ballenrolle, Stiefeletten nötig

Ab 7 cm

orthopädisches Schuhwerk mit Innenschuh, Pufferabsatz und Ballenrolle

Ab 12 cm

Orthoprothesen (Etagenschuh) mit untergebautem Kunstfuß


Operative Verfahren, nur bei echter Beinlängendifferenz:

Beim wachsenden Skelett ist Epiphyseodese der Tibia- und Femurepiphysen des längeren Beins Methode der Wahl. Sorgfältige präoperative Planung mit Bestimmung des Skelettalters und Vorausberechnung der Wachstumspotenz der Epiphysen, um eine Überkorrektur zu vermeiden. Günstigstes Alter: präpubertärer Wachstumsschub.

Nach Wachstumsabschluss ab 2–3 cm: Verlängerung des kürzeren Beines. Methode der Wahl: Kallusdistraktion nach Ilisarov mit Fixateur externe. Bei posttraumatischen Defekten Segmenttransport. Nur in Ausnahmefällen Verkürzungsosteotomie des längeren Beins.

Nachbehandlung

Zur Adaptierung des Bewegungsapparats ist eine konsequente Anwendung des Ausgleichs für mindestens vier bis sechs Wochen erforderlich. Bei persistierenden oder zunehmenden Beschwerden gegebenenfalls Verminderung des Ausgleichs und Überprüfung der Indikation.

Bei operativen Verfahren mit Osteosynthese: engmaschige Röntgenkontrollen, Entfernung des Osteosynthesenmaterials bzw. Sistieren der Distraktion bei leichter Überkorrektur.

Autor

Rolf Haaker, Michael Kamp

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