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Chloroquin

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Handelsnamen

Zum Beispiel: Chlorochin Berlin-Chemie, Resochin

Anwendungsgebiete/Indikationen

Chloroquin ist ein Malariamittel mit sehr guter Wirkung gegen Blutschizonten, allerdings mit zunehmender Resistenzentwicklung. Bei rheumatoider Arthritis und Lupus erythematodes wird Chloroquin als langfristig wirksames Antirheumatikum verwendet. Die Latenz bis zum Wirkbeginn beträgt drei bis sechs Monate und die Wirksamkeit ist deutlich geringer als die von Methotrexat oder Goldsalzen. Daher wird Chloroquin als Monotherapeutikum nur noch selten eingesetzt, findet aber zunehmend in Kombinationen Anwendung.

Dosierung

Die Chloroquindosierung orientiert sich am Körpergewicht, um das Risiko spezifischer Nebenwirkungen bei Langzeittherapie (Retinopathie, siehe unten) zu minimieren. Eine tägliche Dosis von 4 mg Chloroquinphosphat (entsprechend 2,5 mg Base) pro kg Körpergewicht sollte nicht überschritten werden.

Darreichungsformen

Chloroquin ist als orale Darreichungsform verfügbar.

Pharmakokinetik

Trotz einer Fülle von nachgewiesenen Wirkungen ist bisher nicht eindeutig geklärt, welche davon für die Wirksamkeit bei rheumatischen Erkrankungen entscheidend sind. Als Wirkmechanismus wird u. a. eine Stabilisierung der Lysosomenmembran und eine Hemmung von lysosomalen Enzymen diskutiert. Ein solches Enzym ist die saure Sphingomyelinase, die in der Signaltransduktionskaskade zwischen TNF-α-Rezeptor und Aktivierung von NF-κB von Bedeutung ist.

Kontraindikationen

Absolute Kontraindikationen: Retinopathie, Knochenmarkerkrankung, Myasthenia gravis, Glukose-6-Phosphatdehydrogenasemangel, Chloroquinallergie.

Relative Kontraindikationen: schwere Leber- und Nierenschäden, Psoriasis, Porphyrie.

Nebenwirkungen

Als häufigste unerwünschte Wirkung tritt eine Sehstörung (z. B. reversible Akkommodationsparesen, Hornhauttrübungen), seltener eine meist irreversible und gefährliche Retinopathie auf. Daher sind regelmäßige ophthalmologische Kontrollen notwendig. Seltener sind Hautreaktionen mit Photodermatosen, gastrointestinale Störungen, sehr selten Krampfanfälle, Thrombozytopenien und Agranulozytose.

Autor

Jürgen Steinmeyer

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